...So sind Mahmood Mirzaies Werke Verbindungen von Schriftkunst und Malerei, in denen oftmals der Inhalt oder die Stimmung eines persischen Gedichtes angedeutet wird: das Leiden, von dem ein moderner persischer Dichter singt, die Schönheit eines Herbsttages, das Aufstrahlen des Frühlings, und immer wieder erscheint das Geheimnis des niemals ruhenden Wassers, des „Wasser-Spiegels“, in dem sich die Buchstaben-Bäume spiegeln, die Punkte der Buchstaben wie Silbertropfen fallen.
Es ist eine geheimnisvolle Welt, in die Mahmood Mirzaie den Betrachter mit seinen Bild –Kalligraphien führt, eine Welt, bei der man spürt, dass der Künstler in vielen Ausdrucksformen zu Hause ist – Theater, Musik, Tanz. Und wenn der größte aller persischen – und nicht nur persischen- mystischen Dichter, Maulana Rumi (gest. 1273) in einem kühnen Vers sagt, dass das Sein tanzend aus dem Nichts erschien, als es die Musik der Anrede Gottes vernahm, so können die uns vorliegenden kalligraphischen Bilder an solche Mythen erinnern.
Prof. Dr. Dr. Annemarie Schimmel
Bonn, im Oktober 2002